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Azubi auf Probe

23.10.2019

Rechtsfrage des Tages:

Gerade junge Menschen tun sich häufig schwer mit ihrer Berufswahl. Haben sie sich entschieden, entpuppt sich eine Ausbildung manchmal als Fehlgriff. Dies bedeutet auch für den Ausbildungsbetrieb ein Risiko. Gibt es eine Probezeit für Azubis?

Antwort:

Entgegen der landläufigen Meinung ist eine Probezeit in einem Arbeitsverhältnis nicht zwingend vorgeschrieben. In der Praxis ist es aber durchaus üblich, zunächst einige Monate zu testen, ob die Chemie zwischen Chef und Angestelltem passt. Etwas anders ist die Rechtlage im Ausbildungsrecht.

Nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) ist die Vereinbarung einer Probezeit nämlich sogar zwingend vorgeschrieben. Diese muss mindestens einen und darf höchstens vier Monate dauern. War der Azubi schon vorher zum Beispiel als Praktikant im Betrieb beschäftigt, ist eine Verkürzung der Probezeit zulässig. Eine Verlängerung ist hingegen nur in Ausnahmefällen möglich, beispielsweise bei längerer Krankheit.

Eine Kündigung während der Probezeit bedarf keiner Begründung. Sie erfolgt mit sofortiger Wirkung und kann von beiden Seiten ausgesprochen werden. Das Kündigungsverbot nach dem Mutterschutzgesetz gilt bei Schwangerschaft der Auszubildenden aber im Ausbildungsverhältnis genauso wie für Arbeitsverhältnisse. Nach Ablauf der Probezeit kann der Ausbildungsbetrieb nur noch aus wichtigem Grund fristlos kündigen. Eine ordentliche Kündigung ist nicht möglich.

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