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Erbrecht nach der Scheidung

6.11.2019

Rechtsfrage des Tages:

Nach einer Scheidung möchte jeder wieder seinen eigenen Lebensweg gehen. Wie sieht es mit erbrechtlichen Ansprüchen geschiedener Eheleute aus?

Antwort:

Haben Eheleute weder ein Testament noch einen Erbvertrag aufgesetzt, gilt die gesetzliche Erbfolge. Der Ehegatte nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Mit der Scheidung ist damit automatisch Schluss. Sämtliche Erb- und Pflichtteilsansprüche erlöschen automatisch. Dies gilt selbst dann, wenn ein Ehegatte vor dem eigentlichen Scheidungstermin verstirbt. Wichtig ist nur, dass ein Scheidungsantrag gestellt ist und die Voraussetzungen der Ehescheidung vorliegen.

Die gleiche Wirkung entfaltet sich bei einer letztwillentlichen Verfügung. Haben sich Eheleute gegenseitig als Alleinerbe eingesetzt, ist diese Vereinbarung mit der Scheidung nicht mehr wirksam. Aber Achtung! Die Auslegung des Testaments kann auch zu einem anderen Ergebnis führen. Daher ist es ratsam, ein Testament zu widerrufen und ein neues aufzusetzen. In diesem Zuge sollten Sie auch daran denken, bei Lebensversicherungen oder Sterbegeldversicherungen gegebenenfalls einen anderen Bezugsberechtigten eintragen zu lassen.

Ein Geschiedenentestament ist zu empfehlen, wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind. Bei minderjährigen Kindern kann der andere Elternteil sonst über den Umweg der Vormundschaft über die Vermögenssorge an das Erbe gelangen. Verstirbt das Kind vor dem Erbfall, tritt das andere Elternteil als Miterbe ein. Zumindest, sofern das Kind nicht selbst schon Abkömmlinge hatte. Eine sorgfältige Regelung ist daher wichtig.


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